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Listenlos, oder arbeiten wie ein Meisterkoch

11 Oktober 2010 3 Kommentare

Das Dreyfus-Modell (engl.,  PDF von Jörg Markowitsch) beschreibt den Wissensstands einer Person in 5 Stufen. Während sich ein Novize buchstabengetreu an Anleitungen hält, agiert ein Experte in meist nach dem Gefühl, seiner Intuition folgend.

Ein Kochlehrling hat Schwierigkeiten mit der Anweisung einen Teelöffel Salz zur Suppe zu geben. Er stellt sich die Frage, welche Art Teelöffel und ob dieser gehäuft oder glatt gestrichen sein soll. Ein Meisterkoch hingeben schmeckt die Suppe ab und gibt eine Priese Salz dazu ohne über Maßeinheiten und Mengen nachzudenken. Seinem Gefühl folgend, passt es einfach.

Mein persönliches Organisationssystem

Nachdem ich erkannt hatte, dass ich meine Arbeit besser organisieren sollte, begann meine Suche nach dem passenden Organisationssystem. Egal welches ich ausprobierte, mangels Erfahrung folgte ich blind den entsprechenden Regeln und Tipps. Dabei dienten mir Listen als Erinnerung an zu erledigende Aufgaben, Zeitabschätzungen der Arbeitsplanung sowie ihre Abarbeitung als Kontrolle und Fokussierungshilfe.

Dieser Ansatz ist zu Beginn für den Novizen sinnvoll und richtig. Mit der Zeit änderte sich aber meine innere Einstellung. Was früher nur mit harten Regeln funktionierte, entwickelte sich zu Gewohnheiten, zu Automatismen. Während die Listen zu Beginn Halt und Kontrolle gaben, kam mit der Zeit eine natürliche Arbeitseinstellung dazu.

Mir war plötzlich viel klarer was meine Ziele sind, welche Schritte im jeweiligen Projekt zu erledigen sind und es fiel mir leichter, die Konzentration und Fokussierung auf die Arbeit zu finden.

Meine Listen

Mir ist vor einiger Zeit aufgefallen, dass meine Listen immer kürzer werden. Daraufhin habe ich mich gefragt, ob ich meinem Organisationssystem noch richtig folge oder ob ich es schleifen lasse. Dabei wurde mir klar, dass Listen für mich nur noch für das Festhalten von Ideen und Gedanken sowie als Erinnerungshilfen für kleinen Besorgungen dienen. Ich setze sie als Braindump ein, um meinen Kopf von Kleinigkeiten freizuhalten. Das tägliche Entlanghangeln an Listen, von Aufgabe zu Aufgabe also die Kontrollfunktion von Aufgabenlisten ist für mich entbehrlich geworden.

Meine Zukunft

Ich weiß nicht genau, wie diese Entwicklung weiter gehen wird. Der natürliche Weg scheint, nur noch Ideen und Gedanken festzuhalten, da sich alles andere durch die persönlichen Gewohnheiten erledigt.

Dein Fazit

Entscheidend ist mit der persönlichen Entwicklung auch das eigene Organisationssystem weiter zu entwickeln. Im Interview beschreibt Jakob Bieling genau diese Entwicklung, wie er von festen Regeln zu seiner eigenen Methode gefunden hat.

Macht Dir also klar, in welcher Entwicklungsstufe sich Du und Dein Organisationssystem befinden. Es ist wichtig, nicht sklavisch Büchern, Regeln und Tipps zu folgen, sondern selbstständig zu entscheiden, wie viel Organisation nötig und wie viel übertrieben ist.

Deine Meinung

Welche Erfahrung hast mit Deiner Entwicklung gemacht? Ich bin sehr gespannt auf Deine Perspektive und Erfahrungen.

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3 Kommentare »

  • erwin kommentierte:

    da muss ich dir zustimmen.
    ich habe festgestellt das sich bei den meisten Projekten ein bild im Kopf bildet das man versucht real zu verwirklichen,dabei fallen einem die Sachen auf die das bild stören bzw.die Erstellung behindern.diese Behinderungen sind es die man abarbeitet oder löst.der Rest ist Routine.
    wobei die Routine unter einem ständigen erfahrungsradar läuft damit das bild auch erfolgreich ,mit den nötigen Kompromissen ,erstellt wird.

    ein nicht zu unterschätzender Faktor ist die vertikale Vernetzung mit den am bild beschäftigten,sei es der ausführende als auch der planer.ich habe mir eine lockere Kontrollstruktur angewöhnt damit die Probleme schon im Vorfeld erfasst ung ggf. geändert werden können ohne das es im weiteren verlauf zu Turbulenzen kommt.d.h. Kommunikation und Flurfunk sind wichtig.

    den wie heisst es so schön „Pläne sind wünsche und wünsche hat jeder“

  • Moncho kommentierte:

    danke für das teilen deiner Gedanken. Das wird wahrscheinlich in meine Diplomarbeit über Produktivität einfliessen und ich werde es allenfalls sicherlich nicht unterlassen dich zu zitieren 😉

  • Lukas Pustina (Autor) kommentierte:

    @Moncho: Prima, ich freue mich, dass es Dir hilft.
    Zu welchem Thema schreibst Du Deine Diplomarbeit?
    Wird es sie online zugänglich geben? Falls ja, poste doch einen Link, sobald Du fertig bist.