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Die Mauer, oder wie man Gewohnheiten ändert

13 Juli 2010

Tom Buhrow sprach am vergangenen Samstag vor den diesjährigen Absolventen der Universität Bonn. Er beschrieb die Mauern, die man im Leben überwinden muss, um seine Ziele zu erreichen. Nur wer sich anstrengend, Rückschläge in Kauf nimmt und nicht nachgibt, wird seine (wahren) Ziele erreichen.

Ich höre bei meinen Seminaren, von meinen Kunden und meinen Kollegen immer wieder, dass es ja für mich einfach wäre im Überallbüro zu arbeiten, sie jedoch keine Zeit hätten ihre Arbeitsgewohnheiten umzustellen. Das Tagesgeschäft ließe einfach keine Zeit dafür.
Diese Aussage ist im doppelten Sinne falsch!

Gewohnheiten zu ändern kostet Kraft und Überwindung
Laut dem Psychologen Kurt Lewin ist das Erlernen einer neuen Gewohnheit stets mit dem Verlernen alter Gewohnheiten verbunden. Dieser Prozess erzeugt Unsicherheit, da man von bewährtem Verhalten abweichen und unerprobtes Verhalten anwenden muss. Ferner glauben viele, dass solche Veränderungen ein Zugeständnis sein, man habe falsch gearbeitet.

Gewohnheitsänderungen sind jedoch ganz im Gegenteil ein Zeichen dafür, dass man sich weiterentwickelt. Es ist also nicht die Zeit die uns von Veränderungen abhält, sondern es sind die Anstrengung, Unsicherheit und Scham.

Das Tagesgeschäft ist eine Ausrede und eine schlechte noch dazu
Programmierer stehen unter enormem Zeitdruck, um ihr Produkt fertig zu stellen. Diesen Zeitdruck nutzen sie häufig als Begründung für unsaubere Implementierungen. Schließlich bliebt einfach keine Zeit für langsames Arbeiten. Kurzfristig mag dieses Vorgehen sogar funktionieren, jedoch auf mittlere und längere Sicht führt es zu unwartbarer Software, die keiner mehr reparieren kann. Das Buch „Clean Code“ (Amazon Affiliate Link) antworten auf diese Behauptung:

The only way to go fast, is to keep the code as clean as possible.

Das heißt, dass wir nur durch bessere Methoden unser Tagesgeschäft bewältigen können, anstatt alten Arbeitsgewohnheiten stur zu folgen.

Drei Schritte zum Ändern von Gewohnheiten
Nimmt man Veränderungen als Weiterentwicklung war und sieht das Ziel, durch bessere Arbeitsgewohnheiten, effektiver zu arbeiten, dann helfen die folgenden drei Schritte, Gewohnheiten tatsächlich zu ändern.

  1. Kleine Schritte: Ändere jeweils nur eine Gewohnheit zur gleichen Zeit. Auf diese Weise passt Du Dein Arbeitsverhalten in kleinen, erreichbaren Schritten an.
  2. Zeit: Änderungen brauchen Zeit, denn sie können nicht von heute auf morgen funktionieren. Sei geduldig und lass Dich von Rückschritten nicht abbringen.
  3. Protokoll: Schreib ein kurzes Tagebuch zum Fortschritt Deiner Gewohnheitsänderungen: Was hat heute gut geklappt, was nicht. Was werde ich morgen anders machen?

Zusätzlich kann es helfen, Freunden und Kollegen von den geplanten Änderungen zu erzählen. Umso bekannter man seine Pläne macht, desto schwieriger wird es sie aufzugeben.

Es ist immer schwierig eine Mauer zu überwinden, aber das geht allen Menschen so. Ich habe meine Arbeitsgewohnheiten auch nicht von heute auf morgen über den Haufen geworfen. Der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ist jedoch stets mein Wille gewesen, morgen besser zu arbeiten als heute. Folge den drei Schritten und es wird auch Dir gelingen, produktiver und motivierter zu arbeiten, wo und wann Du willst.

Und Du? Wie gehst Du mit Gewohnheitsänderungen um? Was hat Dir geholfen und welche Schwierigkeiten musstest Du überwinden?

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