Home » Zusätzliches

Twitter oder wie man heute Pflanzen gießt

6 August 2009

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Michael Gerharz.

urgentWaterMe

Wie weiß ein Nerd, dass er seine Pflanzen gießen muss? Über‘s Internet, so viel ist klar. Wer aber heute richtig vorne dabei sein möchte, der lässt seine Pflanzen twittern, z.B. mit diesem Bausatz, den man bei ThinkGeek erwerben kann. Twitter ist in, so viel steht fest. Und alles, was so plötzlich in ist wie Twitter, stößt zunächst einmal auf Unverständnis.

Da geht es Twitter nicht anders als dem Handy, erst recht der SMS, Instant Messaging, Blogs und vielem mehr. Man sei ja bisher auch ganz gut ohne klar gekommen, das sei ohnehin nur ein Hype, brauche man nicht. Stimmt ja auch alles. Im Prinzip. Aber erinnert sich noch jemand daran, wie er damals gerechtfertigt hat, warum er kein Handy brauche, warum SMS schreiben albern sei und Zeitschriften lesen besser als Blogs lesen.

Dabei war eigentlich der Punkt schon immer, dass es nicht um ein „entweder-oder“, sondern um ein „sowohl-als-auch“ geht. Wer SMS schreibt, darf trotzdem noch telefonieren, wer ein Handy hat, darf es auch mal ausschalten, und wer Twitter nutzt, darf auch weiterhin eMails lesen und Blog-Artikel mit mehr als 140 Zeichen schreiben.

Was also ist Twitter für mich? Vor allem ein Platz, interessante Links und Denkanstöße zu finden, auf eine Weise die schnell und unkompliziert ist. Ich entdecke neues, das mir mein Feedreader noch nicht gezeigt hat, und umgekehrt twittere ich über interessante Fundstellen, die mir unter die Augen kommen und die etwas mit meinem Thema „Präsentieren“ zu tun haben. Und selbstverständlich sind Twitter-Leser auch gern gesehene Gäste in meinem Blog; davon gibt es mittlerweile nämlich eine ganze Menge.

Ich meine, man sollte diese ganze Twitter-Euphorie einfach entspannt sehen. Nutzen kann es jeder auf seine Weise, der eine mehr, der andere weniger und wieder ein anderer gar nicht. Und für Nerds gibt es ja mittlerweile auch eine ganze Reihe Gadgets, die Twitter zur Kommunikation nutzen, z.B. einen Fußtrittmesser für den Babybauch oder den eingangs erwähnten Feuchtigkeitssensor, der daran erinnert, dass die Blumen mal wieder gegossen werden wollen. Das ist dann übrigens auch gleichzeitig wieder altmodisch, denn man muss sich dieses Gerät selbst zusammenlöten.

Michael Gerharz ist Präsentationscoach und Autor des Blogs überzeugend-präsentieren.de, wo er wöchentlich Anregungen für bessere Präsentationen gibt.

Diesen Artikel drucken
Diesen Artikel in Evernote speichern