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RTM, oder denk an die Milch

18 August 2009 4 Kommentare

Neinn!“, der legendäre Ausruf von Homer Simpson, wenn wieder mal etwas daneben geht, ist vielen bekannt. Ein sicherlich allen bekannter Auslöser für ein solches „Neinn!“, ist die Milch, an die man hätte denken sollen, aber  vergessen hat.

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Das Vergessen der Milch steht sprichwörtlich für das Phänomen, zu viele Aufgaben in zu wenig Zeit erledigen zu müssen, so dass Aufgaben irgendwann „hinten“ herunterfallen und verloren gehen. Um dies zu verhindern, ist es sinnvoll Aufgaben und Projekte aufzuschreiben.

Wie ich meine Aufgaben mit Web 2.0 ortsunabhängig, jederzeit zugreifbar und stets aktuell verwalte, wird in nächster Zeit eine Serie von Artikeln aufzeigen. Beginnen möchte ich mit der Vorstellung von „Remember the Milk„, das die Basis meines Systems bildet.

Es gibt viele Gründe, weshalb man an einem Tag nicht alle Aufgaben erledigt kann, die man sich vorgenommen hat. Wichtig ist jedoch, dass Aufgaben nicht verloren gehen, sondern zuverlässig irgendwann wieder aufgenommen werden. Im Artikel „Ideen sind überall, oder auf Hemingways Spuren“ habe ich beschrieben, Ideen und Gedanken schnell zu Papier zu bringen, damit man nichts vergisst und schnell wieder zu seiner aktuellen Arbeit zurückkehren kann. Papier hat jedoch den Nachteil, physisch an einen Ort gebunden zu sein; beim Einkauf liegt die Einkaufsliste im Büro. Aus diesem Grund überführe ich meine Papiernotizen nach Remember the Milk.

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Remember the Milk, oder kurz RTM, ist eine web-basierte Aufgabenverwaltung und ist sehr simpel aufgebaut: Es gibt Aufgaben, Listen und Tags. Das genügt, um einfache Einkaufserinnerung und komplexe Projekte damit zu verwalten. Der Vorteil dieses einfachen Ansatzes ist es, dass RTM kein bestimmtes Organisationssystem erzwingt. Egal ob Getting Things Done, Zen to Done, Doing Things Different oder einfache Listen, RTM eignet sich für alles.

RTM gibt es in einer kostenlosen und einer erweiterten, abonnementbasierten „Pro“ Version für US$ 25 im Jahr. Die kostenlose Version ist voll funktionsfähig und absolut ausreichend, um Aufgaben und Projekte zu verwalten. Herausragend ist RTMs Kommunikationsfreudigkeit: Aufgaben können per Instant-Messaging, Twitter, E-Mail und Quicksilver hinzugefügt werden. Alle Aufgaben können per iCal und RSS-Feeds mit desktop-basierten Anwendungen wie Outlook und Mac OS X iCal sowie online mit GMail und Google Calender synchronisiert werden. Die Pro-Version erweitert die Kommunikationsfähigkeit von RTM, um SSL-basierte Übertragungsverschlüsselung, eine iPhone-Anwendung bzw. die Synchronisation mit Windows-Mobile und Blackberry, sowie bevorzugten E-Mail-Support.

rtm_iPhone_kleinIch verzichte konsequent auf Desktop-Anwendungen und nutze für den täglichen Einsatz ausschließlich die Web-Oberfläche. Dadurch bin ich unabhängig von unterschiedlich zu bedienenden Anwendungen, denn egal auf welchem Rechner, die Web-Oberfläche ist immer gleich. Sehr hilfreich ist die fast vollständige Bedienbarkeit per Tastatur (engl.) und die Unterstützung on Google Gears. Dadurch fühlt sich die Web-Oberfläche wie eine Desktop-Anwendung an und funktioniert auch ohne permanenten Internet-Zugang. Unterwegs und ohne Rechner setze ich die iPhone-Anwendung ein, so dass ich bequem alle Aufgaben einsehen und bearbeiten kann. RTM bietet aber auch eine optimierte Web-Anwendung für mobile Geräte.

Remember the Milk ist die zentrale Schaltstelle meines Tages. Was getan werden soll, was liegen geblieben und was neu dazugekommen ist — RTM weist mir den Weg. Die Plattformunabhängigkeit und der simple und flexible Aufbau sind die großen Vorteile gegenüber der Schar von Selbstorganisations-Software.

Im nächsten Artikel dieser Serie werde ich beschreiben, wie ich meine Arbeitswoche mit Remember the Milk sowie einem Kalender plane und wie neue Aufgaben in mein System einfließen. Falls ihr Anregungen, Fragen oder inhaltliche Wünsche zu diesem weitreichenden Thema habt, dann schreibt sie mir und ich werde auf sie eingehen.

Preis: kostenlos / Pro US$ 25

Link: http://www.rememberthemilk.com/

Und Du? Auf welche Schwierigkeiten stößt Du bei Deiner Aufgabenverwaltung? Vielleicht haben die anderen Leser und ich eine Lösung? Nutzt Du etwas ähnliches oder doch ganz anderes? Lass die anderen Leser teilhaben und schreib einen Kommentar!

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4 Kommentare »

  • Alex kommentierte:

    Da ich (noch) nicht ausschließlich Web-Applikationen nutze und lieber meine, gerne auch tief ins System verankerten, „legacy“-Anwendungen nutze, kann ich für die Aufgabenverwaltung am Mac Things.app empfehlen. Kostet ein wenig, sieht aber schick aus (hat vor ein paar Wochen den Apple Design Award gewonnen).

  • Lukas Pustina kommentierte:

    Things sieht tatsächlich sehr schön aus. Mir fällt aber auf, dass die Anwendung sehr an „Getting Things Done“ angelehnt ist. Ein Vorzug von RTM ist unter anderem die Kommunikationsfähigkeit. Eine Synchronisationsfunktion zum Verteilen der Aufgaben auf mehrere Rechner habe ich auf den ersten Blick bei Things nicht finden können. Vielleicht kommt es ja später. Es wird aber eine Anwendung für iPhones angeboten. Vielen Dank für den Tipp.

  • Andreas kommentierte:

    Zum syncen mit mehreren Macs siehe hier: http://culturedcode.com/things/wiki/index.php/Syncing_Things_between_several_Macs_using_Dropbox

    Eine App gibt es schon, ist aber mit €8 recht teuer (im Verhältnis zu anderen Apps)

    Leider scheint es aber nicht echt weiter entwickelt zu werden. Es gibt wohl einige bekannte Bugs. Außerdem gibt es keine deutschen Tutorials (habe ich gelesen)

    Aber ich gebe Alex natürlich recht, das Programm ist wirklich sehr schön

  • mac kommentierte:

    hallo Lukas,

    schön einen weiteren Blogger kennen zu lernen, der so auf RTM steht wie ich! Morgens Rechner an, „Was muss ich denn heute alles erledigen?“ ist die erste Frage, die mir durch den Kopf schießt, also los zu RTM!

    Es ist eine tolle Anwendung und mit der von dir beschriebenen Aufteilung der Aufgaben in Listen einfach unschlagbar!

    gut genug geschwärmt. Ich habe auch noch eine Frage an dich, du hast all Kommunikationsmittel ausführlich beschrieben, aber hast du vielleicht ein Programm für den Mac, bei dem man RTM lokal auf dem Rechner öffnen kann?

    Gruß
    Matthias

    P.S: Ich schmöckere noch ein wenig, wenn es dir nichts ausmacht?