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Scrappad, oder die Notizen des Tages

6 September 2010

Von freien Gedanken und dem assoziativen Teil unseres Gehirns habe ich im Artikel „Post-its, oder die freien Gedanken festhalten“ berichtet. Die freien Assoziationen sind dafür verantwortlich, dass wir Ideen nicht linear entwickeln, sondern unser Gehirn von einem Gedanken zum anderen springt. Die wichtigste Konsequenz daraus ist, sich nicht zu linearem Denken zu zwingen, sondern Gedanken festzuhalten und später geordnet zu verbinden.

Unser Gehirn produziert jedoch nicht nur Ideen zum aktuellen Fokus, also zur Frage, mit der wir uns gerade aktiv beschäftigen. Es findet parallel auch neue Ansätze zu Fragen, die noch im Hintergrund offen stehen. Jeder, der eine Melodie im Radio hört, aber erst Minuten später auf den Titel kommt, erlebt gerade die Arbeit unseres Gehirns an einer Hintergrundaufgabe in Aktion. Auch diese Gedanken und Ideen sollten wir festhalten.

Analog und Digital

Wir sind mit dem handschriftlichem Festhalten unserer Gedanken aufgewachsen. Schon vor dem Kindergarten malen wir, was sich in unseren Köpfen abspielt. Aus diesem Grund, ist das analoge Festhalten unschlagbar schnell und fällt uns so leicht.

Zu Beginn des Tages, klebe ich mir deshalb ein leeres Post-It auf den Tisch und schreibe das aktuelle Datum darauf — das Post-It des Tages. Wann immer mir bei der Arbeit eine Idee kommt, ich mich an etwas erinnere oder ich eine neue Aufgabe bekomme, halte ich sie darauf fest; schnell und ohne mich von meiner derzeitigen Aufgabe ablenken zu lassen. Im Post-Its Artikel kann man das im zweiten Bild sehen; es sind schon zwei für diesen Tag, lila, direkt über dem Buch.

Zusätzlich zum Post-It halte ich den ganzen Tag eine Evernote-Notiz offen; jeden Tag eine neue mit dem Titel „Scrappad <Datum des Tages>“ — das Scrappad des Tages. In diese Notiz lege ich alles digitale des Tages ab, das ich vielleicht noch einmal gebrauchen könnte: Ergebnisse aus der Zwischenablage, Änderungen von Dokumenten, Programmierschnipsel und Internet-Recherchen.
Wer kennt das nicht, man benötigt das Ergebnis einer Google-Suche gleich noch mal, nachdem man das Browser-Fenster geschlossen hat.

Am Ende des Tages

Bevor ich meinen Arbeitstag beende, gehe ich diese Notizen des Tages abschließend durch. Dabei entscheide ich, welche ich verwerfe und welche ich vielleicht noch einmal gebrauchen könnte. Alle was relevant scheint, trage ich als neue Aufgabe in Remember the Milk, als neue Information in Evernote bzw. mein Logbuch oder wohin es sonst in mein Organisationssystem gehört ein.

Versucht es selbst und startet den nächsten Arbeitstag vorbereitet für Ideen und Erkenntnisse, die auf den ersten Blick zufällig oder unwichtig erscheinen, und haltet sie fest. Wer weiß, wann ihr sie gebrauchen könnt.

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