Historious, oder Lesezeichen mit Zeitreise

“Es wäre gut Bücher kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte“, so Arthur Schopenhauer über die Lust neues aus Büchern zu lernen und die fehlende Zeit, das auch wirklich zu tun. Hat man doch mal die Zeit und Ruhe gefunden, ein Buch zu lesen zu lesen, erinnere man sich nach geraumer Zeit nur noch vage an den exakten Inhalt. Aus diesem Grund schreibe ich alles Interessante aus einem Buch auf. Damit entsteht eine Sammlung von Lesezeichen, mit der ich leicht wiederfinden kann, woran ich mich nur vage erinnere.
Das gleiche Problem tritt auch bei der täglichen Recherche im Internet auf. Man weiß oft im Nachhinein, dass man etwas gefunden hat, aber selten genau wo und was. Alle Browser bieten dafür Lesezeichen an. Lesezeichen haben jedoch den schwerwiegenden Nachteil, dass sie stets nur eindimensional kategorisiert werden können. Ganz ähnlich zu Ordnern für die E-Mail-Organisation ist es schwierig, sie wieder aufzufinden, falls man nicht nach demselben Schlagwort sucht unter dem man das Lesezeichen einsortiert hat. Ich löse diese Problem, indem ich gefundene Fakten und Informationen per Evernote-Clipper in Evernote ablege und damit im Volltext durchsuchbar wiederfinden kann.
Bei vielen Lesezeichen ist jedoch nicht unbedingt der Inhalt, sondern der angebotene Dienst das Wichtige — zum Beispiel die Reiseauskunft der Bahn, Kochrezepte oder der Export meiner Daten aus Google. Für diese Lesezeichen ist es deswegen nicht sinnvoll, sie in Evernote abzulegen.
Für denn Fall, dass man nicht einen bestimmten Inhalt, sondern die Webseite selbst wiederfinden möchte, ist Historio.us genau die richtige Anwendung. Historio.us ist eine persönliche Suchmaschine für Lesezeichen, die für jedes neue Lesezeichen nicht nur URL und Titel, sondern den gesamten Inhalt der betreffenden Webseite in einem Volltextindex speichert. Auf diese Weise ist es leicht, Webseiten wiederzufinden, ohne den konkreten Namen, Titel oder abgelegten Ordner zu kennen. Da Historio.us die gesamte Webseite speichert, kann man leicht in der Internetzeit zurück zu dem Zeitpunkt reisen zu dem man das Lesezeichen gesetzt hat.
Die Bedienung von Historio.us ist denkbar einfach. Nachdem man sich angemeldet hat, kann man ein Bookmarklet im Browser installieren, das auf Knopfdruck die aktuelle Seite in Historio.us speichert (s. roten Pfeil). Daraufhin erscheint kurz ein rotes Fenster, bis die Seite gespeichert und indiziert worden ist.
Die Suche ähnelt sehr stark der Google-Suchmaske und ist schlicht aufgebaut. Erinnert man sich zum Beispiel einen Artikel über Post-its gelesen zu haben, ohne genau zu wissen wo, gibt man den Suchbegriff ein und erhält das Lesezeichen zu Überallbüro.de.
Historio.us bietet noch weitere Funktion, wie das Austauschen und Veröffentlichen von Lesezeichen und ist kostenlos nutzbar, da es über Werbung finanziert wird.
Anstatt in unübersichtlichen Ordnerhierarchien im Browser herumzusuchen und ein Lesezeichen nach dem anderen durchzuprobieren, spart Historio.us viel Zeit. Versucht es selbst oder habt ihr vielleicht bessere Ideen, Lesezeichen wirklich sinnvoll zu nutzen?
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Interessanter Ansatz, der mir allerdings doch etwas kompliziert erscheint. Ich nutze ganz einfach Delicious (btw: ist die Ähnlichkeit der Namen Zufall?), entweder mit Bookmarklet oder mit dem Firefox-Addon. Indem ich einen Teil des Textes der Website in die Notizen schreibe (z.B. die Kernaussage, eine Beschreibung, ein Zitat, o.ä.) habe ich über die Delicious-Suche schnell Zugriff auf alles, was mir irgendwann mal untergekommen ist. Zudem werden meine Delicious-Lesezeichen chronologisch sortiert und mit der “browse these bookmarks”-Funktion kann ich bequem “meine” Seiten (Lesezeichen) durchstöbern.
Hallo Fantobello,
klar, das ist auch eine schöne Lösung. Historio.us bietet auch die Möglichkeit, Lesezeichen zu durchstöbern bzw. zeitlich (letzten Tag, Woche etc.) aufzulisten.
Mir gefällt der Ansatz der automatischen Verschlagwortung der gesamten Seite sehr gut, da ich mir keine Gedanken über Notizen oder Tags machen muss.
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