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Neue Wege, oder das riskante Leben

9 Mai 2010

Die Opferzahlen des Reaktorunfalls von Tschernobyl (bereits Verstorbene sowie zu noch erwartende Todesfälle) wird auf 4.000 bis 100.000 Menschen geschätzt. Im Gegensatz dazu berichtet das Statistische Bundesamt, dass jährlich allein in Deutschland 16.000 Menschen durch Alkoholmissbrauch sterben. Allein im Jahr 2004 starben in Deutschland 41.342 Menschen durch von Tabakkonsum verursachten Lungenkrebs. Das ergibt pro Jahr ca. 47.000 Tote durch Alkohol- und Tabakkonsum.

In seinem Buch „Das Einmaleins der Skepsis: Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken“ nennt Gerd Gigerenzer, Professor für Psychologie am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, zwei Ursachen für menschliche Ängste: Katastrophen und Unbekanntes. Wir Menschen fürchten uns mehr vor Ereignissen bei denen auf einen Schlag viele Menschen ums Leben kommen als vor dem sukzessiven Tod über eine lange Zeit. Ein Flugzeugabsturz oder ein Atomreaktorunglück machen uns mehr Angst als der schleichende Krebstod. Die Angst vor dem Unbekannten ist größer als die vor bekannten Gefahren. Bei Begriffen wie Kernenergie und Gentechnik haben wir ein mulmiges Gefühl im Bauch, die Risiken von Alkoholkonsum empfinden wir jedoch nicht als Bedrohung.

Diese Ängste sind natürliche, evolutionsbedingte Instinkte, die wir alle in uns tragen. Der bekannte Marketing-Fachmann und Blogger Seth Godin ordnet diese instinktiven Denkstrukturen unserem Reptiliengehirn zu, einem Teil des Gehirns, der sich vor Äonen gebildet hat und immer noch aktiv in uns arbeitet. Diese Instinkte hindern uns im heutigen Leben daran, Veränderungen aufgeschlossen und vorurteilsfrei zu bewerten. Allzu leicht folgen wir lieber alten Pfaden, als neue Wege zu erkunden; schließlich „haben wird das immer schon so gemacht„.

Im Leben ist nichts sicher, außer der Tod und die Steuer„, so Benjamin Franklin und drückt damit aus, dass unser Leben voller Unsicherheiten ist — egal, ob wir auf alten oder neuen Pfaden wandeln.

Sei kreativ, wo und wann Du es am besten bist

Veränderungen müssen keine Angst machen, wenn man sie aktiv gestaltet. Dies gilt allgemein für das ganze Leben als auch für die Methoden des Überallbüros. Was früher funktioniert hat, muss nicht schlecht sein. Aber neue Vorgehensweisen können besser zur aktuellen Arbeitsumgebung passen und unser Leben erleichtern, wenn man die Angst ablegt und positiv oder sogar mit Freude die Veränderungen aufnimmt.

Leben heißt Veränderung. Wer dies akzeptiert, wer dies aktiv annimmt, geht leichter und zufriedener durch das Leben.

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