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F.lux, oder es werde richtiges Licht

8 März 2010

Grok (engl.) ist der Stellvertreter unserer urzeitlichen Vorfahren, der häufig für die Steinzeiternährungsweise in Anschaungsbeispielen benutzt wird. Die Steinzeiternährungsweise verfolgt den Ansatz, dass wir eher die Kost unserer Vorfahren nachahmen und auf die Entwicklungen des Ackerbaus der letzten 10.000 verzichten sollten. Sie sollte zusätzlich mit sportlicher Belastung kombiniert werden, die den körperlichen Belastungen unserer Vorfahren entsprechen. Hält man sich an diese Lebensweise, sollen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Fettleibigkeit etc. verhindert werden.

In Groks Leben gab es keine Computer und künstliche Lichtquellen. Er stand auf, wenn die Sonne aufging, und legte sich vor wilden Tieren durch sein Lagerfeuer beschützt schlafen, nachdem die Sonne untergegangen war. Im Gegensatz zu Grok können wir dank Wecker und elektrischen Lampen aufstehen und schlafen gehen, wann wir es wollen. Jedoch reagieren wir laut Schlafforschung nach wie vor genauso auf die Farbzusammensetzung von Licht wie unser Vorfahre Grok*.

Wie man damit im Überallbüro umgeht und die Belastung seiner Augen durch Bildschirmarbeit verringert, zeigt dieser Artikel.

Halogen- und Energiesparlampen emittieren kaltes Licht mit hohen Anteilen an blauem Licht. Dies trifft ebenfalls auf Fernseher und Monitore zu. Grundsätzlich gilt, je höher die Farbtemperatur desto größer ist der Anteil an blauem Licht. Studien (engl.) aus der Schlafforschung haben gezeigt, dass die Melatoninproduktion abhängig vom Tageslicht ist und stark mit dem Blauanteil des Tageslichts zusammenhängt. Melatonin ist unser innerer Zeitgeber und für unseren Tag- und Nachtrhythmus verantwortlich.

Die Vorzüge des Überallbüros erlauben es uns zu arbeiten wann und wo wir wollen. Insbesondere können wir dann arbeiten, wenn wir uns am produktivsten fühlen. Dies kann mal frühmorgens vor Sonnenaufgang oder spätabends nach Sonnenuntergang sein. Jedoch beeinflusst der Blauanteil des Lichtes unserer Monitore die Melatoninproduktion in unserem Körper. Wir fühlen uns abends bei blauem Licht wacher (engl.) als zum Beispiel bei Kerzenlicht.

Ein weiterer Effekt ist, dass blaues Licht währen der Schlafenszeit unsere Augen stärker anstrengt als tagsüber. Ich stelle manchmal fest, dass morgens während ich meinen Tag vorbereite und es draußen noch dunkel ist, meine Augen vom Licht des Monitors brennen. Genauso ergeht es mir manchmal abends, wenn ich Nachrichten und letzte E-Mails lese. Dies lässt sich auf unseren Tag- und Nachtrhythmus zurückführen, denn unsere Augen werden vom blauen Licht überrascht, während unser Gehirn auf Schlafenszeit eingestellt ist.

Die Macher von F.lux treten mit ihrem Hilfsprogramm diesem Umstand entgegen, indem F.lux die Farbtemperatur des Bildschirms automatisch an die tagesaktuellen Sonnenauf- und -untergangszeit anpasst, so dass das Licht wärmer und damit für die Augen angenehmer wird (s. Bilder unten). F.lux steuert die Anpassung der Farbtemperatur über einen Zeitraum von einer Stunde, um zu verhindern, dass man plötzlich von der Umstellung überrascht wird. Natürlich ist dieser Farbmodus nicht für jede Tätigkeit geeignet. Bearbeitet man Bilder oder schaut einen Film, so ist man auf die korrekte Darstellung von Farben angewiesen. Dafür lässt sich F.Lux per Mausklick für eine Stunde aussetzen, um mit der normalen Farbeinstellung weiterzuarbeiten. F.lux ist kostenlos und sowohl für Windows, Mac OS X als auch für Linux verfügbar.

Es ist ein bisschen überraschend, wie gut F.lux funktioniert. Wenn ich morgens am Rechner meine Termine und Aufgaben des Tages durchsehe, so gewöhnen sich meine Augen viel schneller und leichter an Licht als mit der normalen Farbeinstellung.

Probiert es aus. Versucht eure Augen gemäß unserer Veranlagung an das richtige Licht zur richtigen Zeit zu gewöhnen und berichtet hier auf Überallbüro über Eure Erfahrungen.

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* Dies lässt sich in einem kleinen Selbstversuch leicht nachvollziehen: Ich schalte meinen Computer und meine Halogenlampen mindestens 30 Minuten bevor ich schlafen gehe aus. Damit gebe ich meinen Augen bzw. meinem Gehirn die Möglichkeit, mit der Melatoninausschüttung zu beginnen, bevor ich im Bett liege. Seitdem fällt es mir viel leichter einzuschlafen als früher. Probiert es aus!
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