Home » Arbeiten, Programme, Sammeln, Werkzeuge

Dropbox, oder das Überallregal

5 Juni 2009 16 Kommentare

Ich liebe Bücher, besonders Fachbücher! Doch leider gilt das berühmte Zitat: „Es wäre gut Bücher kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte, aber man verwechselt meistens den Ankauf der Bücher mit dem Aneignen ihres Inhalts.„* Also kaufe ich sie auf Verdacht, stelle sie ins Bücherregal und warte bis sie mir weiterhelfen können.

dropbox_logo

Doch wenn ich dann auf ein konkretes Problem stoße, mir einfällt zu diesem Thema ein Buch gekauft zu haben, stelle ich oft fest, es steht im falschen Bücherregal. Bin ich im Büro, so steht das wichtige Buch zu Hause und zu Hause vermisse ich immer die Bücher aus dem Büro. Dieses Problem kennt jeder von uns; insbesondere wenn es um unsere Daten geht: Die Powerpoint-Präsentation ist auf dem falschen Rechner, wo liegt die neue Version des Dokuments und wie passen die Änderungen von zu Hause zu den Änderungen im Büro? Hier setzt Dropbox an und synchronisiert Daten zwischen beliebigen Rechnern.

dropbox_finderDropbox synchronisiert stets mit einem Internet-Speicher, so dass die eigenen Rechner nicht ständig eingeschaltet sein müssen. Die Synchronisation geschieht automatisch und für den Nutzer unbemerkt. Dropbox ist sehr einfach nutzbar und verzichtet konsequent auf komplizierte Programmfenster. Es integriert sich nahtlos als einfacher Ordner ins Betriebssystem. Alle Dateien, die man in diesen Ordner kopiert oder in ihm angelegt, werden automatisch synchronisiert. Besteht gerade keine Internet-Verbindung, dann wartet Dropbox, bis es wieder auf seine Server zugreifen kann.

Für den Benutzer besteht keinen Unterschied, ob man reguläre oder von Dropbox überwachte Dateien auf seinem lokalen Rechner bearbeitet. Kommt man aus dem Büro nach Hause und schaltet den Rechner an, findet man nach kurzer Zeit alle Dokumente in der aktuellen Version vor.

dropbox_menubarDropbox überschreibt geänderte Dateien nicht einfach, sondern versioniert sie, so dass man stets Zugriff auf überschriebene oder sogar gelöschte Dokumente hat. Möchte man auf Revisionen zugreifen, startet man aus dem Dropbox-Menü das Web-Interface, welches die Revisionen anzeigt. Durch dieses Web-Interface kann man zusätzlich auch von überall mit einem Internet-fähigen Gerät auf seine Dokumente zugreifen.

Drobox verschickt nur Änderungen von Dateien, so dass keine Bandbreite verschwendet wird. Die Übertragung geschieht gedrosselt und erlaubt dadurch ungestörtes Arbeiten mit dem Internet. Zur Sicherheit werden die Daten mit SSL verschlüsselt transportiert. Es wird konsequent das HTTP-Protokoll über Port 443 genutzt, so dass gängige Firewalls kein Hindernis für den Einsatz von Dropbox sein sollten. Auf den Servern werden die Daten ebenfalls verschlüsselt abgelegt, jedoch kennt Dropbox den zugehörigen Schlüssel. Dies ist notwendig, um die Versionierung zu ermöglichen. Wer zusätzliche Sicherheit wünscht, kann Truecrypt** einsetzen. Mehr Informationen findet man auf den Hilfeseiten von Dropbox.***

Wer möchte, kann einzelne Dateien öffentlich freigeben und auf diese Weise mit Anderen austauschen. Dropbox bietet auch ein spezielle Funktion zum automatisch Erstellen von Fotogalerien.

Dropbox gibt es in einer kostenlosen Variante mit 2 GB Speicherplatz (s. Extra-Link unten). Ich komme mit 2 GB sehr gut aus, denn ich hinterlege nur die Dateien, die ich zur Zeit bearbeite. Benötigt man mehr Platz, kann man 50 und 100 GB Speicherplatz pro Jahr mieten. Dropbox ist unter Windows, Mac OS X und Linux nutzbar. Zusätzlich gibt es ein Web-Interface.

Mit Dropbox hat man sein Dateiregal immer dabei, egal wo man ist und stets aktuell.

Preis: 2 GB kostenlos, 50 GB $99 pro Jahr, 100 GB $199 pro jahr

Link: http://www.getdropbox.com/
Extra-Link: lass Dich von mir werben und bekomm zusätzlich 250 MB

Und Du? Wie synchronisierst Du Dateien zwischen Deinen Rechnern? Nutzt Du andere Tools, die vielleicht besser sind oder etwas besser machen als Dropbox? Lass die anderen Leser teilhaben und schreib einen Kommentar!

*Arthur Schopenhauer (1788-1860)
**Mehr zu Truecrypt in einem zukünftigen Artikel.
***Dropbox hat angekündigt in Zukunft auch vom Benutzer erstellte Schlüssel zu unterstützen.
Diesen Artikel drucken
Diesen Artikel in Evernote speichern

16 Kommentare »

  • Ben kommentierte:

    Ein Blick wert ist mMn noch Unison, da man keinen extra-Ordner braucht: http://wiki.ubuntuusers.de/Unison

    Dropbox nehme ich nur zum Tausch innerhalb der LUG oder mit Freunden.

  • Lukas Pustina kommentierte:

    Ben, das ist ein interessantes Tool. Ich werde es sicherlich ausprobieren und darüber berichten.

  • Lukas Pustina kommentierte:

    Auf den zweiten Blick überzeugt mich eher Dropbox.
    1. Die Installation und Nutzung von Dropbox ist selbst für „Nicht-Nerds“ trivial.
    2. Unison setzt zwingend eine Netzwerkverbindung zwischen den zu synchronisierenden Rechner voraus. Dies ist aber bei einem Arbeitsplatz- und einem Privatrechner nicht immer gegeben. Da Dropbox einen zentralen Stelle im Internet nutzt, genügt eine Internetverbindung.
    3. Unison muss von Hand (oder per Skript) gestartet werden. Dropbox arbeitet für den Nutzer vollkommen transparent.

    Dennoch scheint mir Unison geeignet vollständig Verzeichnisse oder ganze Festplatten zu synchronisieren während Dropbox — wie der Name schon sagt — ein Platz zum Austausch von Daten ist.

  • Felix kommentierte:

    Hi,

    nach einiger Erfahrung mit Dropbox kann ich nur bestätigen:
    das Tool ist genial. Ich arbeite an verschiedenen Orten jeweils mit
    mehreren virtuellen Maschinen. Dank Dropbox ist die Synchronisation
    von Dokumenten vollkommen automatisiert.

    Ich bin begeistert.

  • Markus kommentierte:

    Hallo Lukas,
    ich finde DB klasse, um an mehreren PC’s meine Daten zu nutzen. Normalerweise entstehen so zig verschiedene Versionen einer Datei. Gerade bei Dokumenten oder Passwort-Containern ist das sonst ein echter Horror. Außerdem ein Klasse Backup, wer mag per Truecrypt oder einem Packer verschlüsselt, hast du ja auch schon ober geschrieben.

    Ciao

  • christopher kommentierte:

    Dropbox ist wirklich toll. Eines seiner besten Features ist für mich die Versionierung von einzelnen Dateien – die funktioniert allerdings bei der gleichzeitigen Verwendung von Truecrypt, wo ja dann immer der Container synchronisiert wird, meines Wissens nicht.

    Christopher

  • Lukas Pustina (Autor) kommentierte:

    Hallo Christopher,

    ja, die Versionierung ist sehr hilfreich.

    Du hast das Problem beim Einsatz von Truecrypt richtig erkannt. Da Dropbox keine einzelnen Dateien im Container sieht — soll es ja auch nicht — werden nur noch Änderungen am Container selbst erkannt.
    Nichtsdestoweniger kann man aber die Zustände des Containers wiederherstellen und so ggf. Änderungen in einzelnen Dateien wieder rückgängig machen.

  • christopher kommentierte:

    Stimmt auch wieder. Vielleicht probier ich das mal. Wobei natürlich Fälle auftreten können, in denen man eine Datei wiederherstellen möchte, eine andere – im selben Container befindliche – aber nicht.

  • Christoph kommentierte:

    Hallo Lukas, als echter Anfaenger in diesen Dingen ist mir noch nicht ganz klar, warum neben Evernote auch noch Dropbox sinnmacht. Ich dachte, man koennte auch in Evernote bei der Premiumversion unterschiedliche Dateiformate hochladen … Ich lerne gerade viel …Viele Gruesse Christoph

  • Lukas Pustina (Autor) kommentierte:

    Hallo Christoph,

    während Evernote eine Notizverwaltung ist, die es auch erlaubt Dokumente an Notizen anzuheften, stellt Dropbox ein vollständiges Dateisystem mit Echtzeitsynchronisation dar. Der wesentliche Unterschied liegt also nicht unbedingt in der Funktionalität, sondern im Anwendungsszenario: Auf der einen Seite speicherst Du Notizen, auf der anderen Seite Dateien, Verzeichnisse etc.
    Es gibt aber auch technische Unterschiede: 1. Erlaubt Evernote nur Notizen bis zu einer Größe von 50 MB, 2. sichert Dropbox jegliche Änderung an Dokumenten und 3. kann Dropbox auch gelöschte Dokumente wiederherstellen.

    Dropbox und Evernote sind also komplementäre Programme, die sich ergänzen.

    Viele Grüße,
    Lukas

  • David kommentierte:

    Wie siehst Du den Vergleich zwischen Dropbox und Sugarsync?

  • Lukas Pustina (Autor) kommentierte:

    Hallo David,
    ich habe SugarSync selbst nie eingesetzt, da Dropbox alles Anforderungen erfüllt. Ich meine mich erinnern zu können, dass SugarSync erlaubt, eigene Verschlüsselungsschlüssel zu nutzen. Bin mir aber nicht sicher. Das hat sicherlich Vor- und Nachteile.

  • roedigenkanter kommentierte:

    Hallo nach zwei Monaten 🙂
    da es sich hier um die bislang sortierteste Seite zu dropbox handelt, hab ich Hoffnung auf Antwort:

    Ich habe hier erfahren, auf welchem Port Dropbox sendet und horcht (HTTPS, soviel ich weiss, aber da bin ich nicht kleinlich).
    Ich habe gerade Ärger mit angeblichen Rootkits. Da meldet eine „Organisation“ an die Telekom (ja, ich weiss – aber ich bin da etwas konservativ), dass von meinem Rechner über den HTTP-Port Anfragen (was auch immer wird natürlich nicht gesagt) ohne „HTTP-Referer“ geschickt werden.
    Kann es sein, dass Dropbox so arbeitet. Das wäre dann aber ein endgültiges Armutszeugnis entweder des Providers oder dieser Organisation.

    Rootkits habe ich mit allen bekannten Mitteln gesucht, gefunden habe ich nur andere sonst offenbar vom Virenscanner übersehenes Zeug.

    Bin gespannt auf eine Antwort.

  • Lukas Pustina (Autor) kommentierte:

    Hallo roedigenkanter,

    aus Deiner Fehlermeldung werde ich nicht ganz schlau. Wenn ich Dich jedoch recht verstehe, so hat Dir jemand gemeldet, Dein Rechner würde unaufgeforderte HTTP-Verbindungen aufbauen.
    Da Dropbox sich grundsätzlich im Internet nur mit Dropbox verbinden sollte, würde ich annehmen, dass es nicht die Ursache Deiner Probleme ist.
    In diesem Zusammenhang kannst Du versuchen, mit dem Programm Wireshark Deine Internetverbindung zu überwachen. Es ist jedoch ein Programm, dass sich an Technikspezialisten wendet.

    Weiterhin viel Erfolg,
    Lukas

  • Interview mit Diplom-Informatiker und IT-Consultant Lukas Pustina: “Unternehmen könnten bei Arbeitsorganisation und IT einiges besser machen!” | Berufebilder by Simone Janson kommentierte:

    […] Hilfe von Truecrypt — Open-Source Verschlüssungssoftware — bevor die Daten in Dropbox abgelegt werden. Meine Notizen, Gedanken und Erfahrungen halte ich mit Evernote fest; einer Notizverwaltung, die […]

  • Interview mit Diplom-Informatiker und IT-Consultant Lukas Pustina: “Unternehmen könnten bei Arbeitsorganisation und IT einiges besser machen!” | Digitaler Wandel, Bildung, Arbeit kommentierte:

    […] Hilfe von Truecrypt — Open-Source Verschlüssungssoftware — bevor die Daten in Dropbox abgelegt werden. Meine Notizen, Gedanken und Erfahrungen halte ich mit Evernote fest; einer Notizverwaltung, die […]