Dropbox, oder das Überallregal
Ich liebe Bücher, besonders Fachbücher! Doch leider gilt das berühmte Zitat: “Es wäre gut Bücher kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte, aber man verwechselt meistens den Ankauf der Bücher mit dem Aneignen ihres Inhalts.“* Also kaufe ich sie auf Verdacht, stelle sie ins Bücherregal und warte bis sie mir weiterhelfen können.
Doch wenn ich dann auf ein konkretes Problem stoße, mir einfällt zu diesem Thema ein Buch gekauft zu haben, stelle ich oft fest, es steht im falschen Bücherregal. Bin ich im Büro, so steht das wichtige Buch zu Hause und zu Hause vermisse ich immer die Bücher aus dem Büro. Dieses Problem kennt jeder von uns; insbesondere wenn es um unsere Daten geht: Die Powerpoint-Präsentation ist auf dem falschen Rechner, wo liegt die neue Version des Dokuments und wie passen die Änderungen von zu Hause zu den Änderungen im Büro? Hier setzt Dropbox an und synchronisiert Daten zwischen beliebigen Rechnern.
Dropbox synchronisiert stets mit einem Internet-Speicher, so dass die eigenen Rechner nicht ständig eingeschaltet sein müssen. Die Synchronisation geschieht automatisch und für den Nutzer unbemerkt. Dropbox ist sehr einfach nutzbar und verzichtet konsequent auf komplizierte Programmfenster. Es integriert sich nahtlos als einfacher Ordner ins Betriebssystem. Alle Dateien, die man in diesen Ordner kopiert oder in ihm angelegt, werden automatisch synchronisiert. Besteht gerade keine Internet-Verbindung, dann wartet Dropbox, bis es wieder auf seine Server zugreifen kann.
Für den Benutzer besteht keinen Unterschied, ob man reguläre oder von Dropbox überwachte Dateien auf seinem lokalen Rechner bearbeitet. Kommt man aus dem Büro nach Hause und schaltet den Rechner an, findet man nach kurzer Zeit alle Dokumente in der aktuellen Version vor.
Dropbox überschreibt geänderte Dateien nicht einfach, sondern versioniert sie, so dass man stets Zugriff auf überschriebene oder sogar gelöschte Dokumente hat. Möchte man auf Revisionen zugreifen, startet man aus dem Dropbox-Menü das Web-Interface, welches die Revisionen anzeigt. Durch dieses Web-Interface kann man zusätzlich auch von überall mit einem Internet-fähigen Gerät auf seine Dokumente zugreifen.
Drobox verschickt nur Änderungen von Dateien, so dass keine Bandbreite verschwendet wird. Die Übertragung geschieht gedrosselt und erlaubt dadurch ungestörtes Arbeiten mit dem Internet. Zur Sicherheit werden die Daten mit SSL verschlüsselt transportiert. Es wird konsequent das HTTP-Protokoll über Port 443 genutzt, so dass gängige Firewalls kein Hindernis für den Einsatz von Dropbox sein sollten. Auf den Servern werden die Daten ebenfalls verschlüsselt abgelegt, jedoch kennt Dropbox den zugehörigen Schlüssel. Dies ist notwendig, um die Versionierung zu ermöglichen. Wer zusätzliche Sicherheit wünscht, kann Truecrypt** einsetzen. Mehr Informationen findet man auf den Hilfeseiten von Dropbox.***
Wer möchte, kann einzelne Dateien öffentlich freigeben und auf diese Weise mit Anderen austauschen. Dropbox bietet auch ein spezielle Funktion zum automatisch Erstellen von Fotogalerien.
Dropbox gibt es in einer kostenlosen Variante mit 2 GB Speicherplatz (s. Extra-Link unten). Ich komme mit 2 GB sehr gut aus, denn ich hinterlege nur die Dateien, die ich zur Zeit bearbeite. Benötigt man mehr Platz, kann man 50 und 100 GB Speicherplatz pro Jahr mieten. Dropbox ist unter Windows, Mac OS X und Linux nutzbar. Zusätzlich gibt es ein Web-Interface.
Mit Dropbox hat man sein Dateiregal immer dabei, egal wo man ist und stets aktuell.
Preis: 2 GB kostenlos, 50 GB $99 pro Jahr, 100 GB $199 pro jahr
Link: http://www.getdropbox.com/
Extra-Link: lass Dich von mir werben und bekomm zusätzlich 250 MB
Und Du? Wie synchronisierst Du Dateien zwischen Deinen Rechnern? Nutzt Du andere Tools, die vielleicht besser sind oder etwas besser machen als Dropbox? Lass die anderen Leser teilhaben und schreib einen Kommentar!




Ein Blick wert ist mMn noch Unison, da man keinen extra-Ordner braucht: http://wiki.ubuntuusers.de/Unison
Dropbox nehme ich nur zum Tausch innerhalb der LUG oder mit Freunden.
Ben, das ist ein interessantes Tool. Ich werde es sicherlich ausprobieren und darüber berichten.
Auf den zweiten Blick überzeugt mich eher Dropbox.
1. Die Installation und Nutzung von Dropbox ist selbst für “Nicht-Nerds” trivial.
2. Unison setzt zwingend eine Netzwerkverbindung zwischen den zu synchronisierenden Rechner voraus. Dies ist aber bei einem Arbeitsplatz- und einem Privatrechner nicht immer gegeben. Da Dropbox einen zentralen Stelle im Internet nutzt, genügt eine Internetverbindung.
3. Unison muss von Hand (oder per Skript) gestartet werden. Dropbox arbeitet für den Nutzer vollkommen transparent.
Dennoch scheint mir Unison geeignet vollständig Verzeichnisse oder ganze Festplatten zu synchronisieren während Dropbox — wie der Name schon sagt — ein Platz zum Austausch von Daten ist.
Hi,
nach einiger Erfahrung mit Dropbox kann ich nur bestätigen:
das Tool ist genial. Ich arbeite an verschiedenen Orten jeweils mit
mehreren virtuellen Maschinen. Dank Dropbox ist die Synchronisation
von Dokumenten vollkommen automatisiert.
Ich bin begeistert.
Hallo Lukas,
ich finde DB klasse, um an mehreren PC’s meine Daten zu nutzen. Normalerweise entstehen so zig verschiedene Versionen einer Datei. Gerade bei Dokumenten oder Passwort-Containern ist das sonst ein echter Horror. Außerdem ein Klasse Backup, wer mag per Truecrypt oder einem Packer verschlüsselt, hast du ja auch schon ober geschrieben.
Ciao
Dropbox ist wirklich toll. Eines seiner besten Features ist für mich die Versionierung von einzelnen Dateien – die funktioniert allerdings bei der gleichzeitigen Verwendung von Truecrypt, wo ja dann immer der Container synchronisiert wird, meines Wissens nicht.
Christopher
Hallo Christopher,
ja, die Versionierung ist sehr hilfreich.
Du hast das Problem beim Einsatz von Truecrypt richtig erkannt. Da Dropbox keine einzelnen Dateien im Container sieht — soll es ja auch nicht — werden nur noch Änderungen am Container selbst erkannt.
Nichtsdestoweniger kann man aber die Zustände des Containers wiederherstellen und so ggf. Änderungen in einzelnen Dateien wieder rückgängig machen.
Stimmt auch wieder. Vielleicht probier ich das mal. Wobei natürlich Fälle auftreten können, in denen man eine Datei wiederherstellen möchte, eine andere – im selben Container befindliche – aber nicht.
Hallo Lukas, als echter Anfaenger in diesen Dingen ist mir noch nicht ganz klar, warum neben Evernote auch noch Dropbox sinnmacht. Ich dachte, man koennte auch in Evernote bei der Premiumversion unterschiedliche Dateiformate hochladen … Ich lerne gerade viel …Viele Gruesse Christoph
Hallo Christoph,
während Evernote eine Notizverwaltung ist, die es auch erlaubt Dokumente an Notizen anzuheften, stellt Dropbox ein vollständiges Dateisystem mit Echtzeitsynchronisation dar. Der wesentliche Unterschied liegt also nicht unbedingt in der Funktionalität, sondern im Anwendungsszenario: Auf der einen Seite speicherst Du Notizen, auf der anderen Seite Dateien, Verzeichnisse etc.
Es gibt aber auch technische Unterschiede: 1. Erlaubt Evernote nur Notizen bis zu einer Größe von 50 MB, 2. sichert Dropbox jegliche Änderung an Dokumenten und 3. kann Dropbox auch gelöschte Dokumente wiederherstellen.
Dropbox und Evernote sind also komplementäre Programme, die sich ergänzen.
Viele Grüße,
Lukas
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