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Bildnotizen, oder mehr als 1000 Worte

19 Juni 2009 2 Kommentare

Gedanken schnell und zuverlässig festzuhalten ist die Grundlage von kreativer Arbeit. Im Artikel „Ideen sind überall, oder auf Hemingways Spuren“ habe ich über das analoge Gadget „Notizbuch“ berichtet; besonders die Überalleinsetzbarkeit und das formlose Aufschreiben machen ein Notizbuch zum wertvollen Begleiter. Neben Stift und Notizbuch braucht man zum Einsatz dieses Gadgets nur noch eine Hand zum Schreiben.

Jedoch sind Hände keine Selbstverständlichkeit: Wer täglich mit einer Maus und Tastatur arbeitet riskiert an unergonomischen Arbeitsplätzen eine Sehnenscheidenentzündung*. Für uns Nerds ist eine Entzündung an den Handgelenken eine Katastrophe, denn ohne Hände können wir überhaupt nicht arbeiten — weder praktisch am Computer noch konzeptionell auf Papier.

Evernote Logo

Kann man nicht mehr schreiben, so hilft das Sprichwort „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ weiter. Warum nicht ein Foto mit der Handykamera festhalten, als umständlich zu umschreiben, woran man sich erinnern will? Mit Evernote werden aus Fotos digitale, überall zugreifbare Notizen.

In vielen Fällen ist es sinnvoller einen visuellen Eindruck auch visuell zu speichern, anstatt schriftliche Erinnerungsstützen zu bauen. Dies gilt insbesondere, wenn man nicht genau weiß, was man aufschreiben soll: „Wie heißt die Pflanze, die ich kaufen wollte“, „Wie heißt der Lieblingskäse meiner Freundin“ oder „Welcher Reisessig schmeckte beim letzten Sushi so gut?“.

Ich habe Evernote im Artikel „Evernote, oder der tragbare Überallelefant“ vorgestellt. Es ist ein internet-basiertes Gedächtnis, das Notizen zwischen verschiedenen Rechnern synchronisiert. Durch seine Integration ins Betriebssystem, können Notizen über eine Tastenkombination zu jeder Zeit wiedergefunden werden. Evernote ist nicht auf Computer beschränkt, sondern es gibt auch mobile Versionen für Windows Mobile, iPhone, Blackberry und Palm Pre. Eine Version für Android ist angekündigt. Evernote kann die eingebaute Handykamera direkt nutzen, aus Fotos neue Notizen zu erstellen. Es versucht sogar den Text in Bildern zu erkennen und zum Volltextindex hinzuzufügen.

Für den letzten Wein- und Käseabend habe ich dem Weinhändler einfach Bilder der Flaschen gezeigt, die ich wollte, anstatt das Etikett abzuschreiben. Genauso habe ich es an der Käsetheke gemacht:

Also auch mit einer Sehnenscheidenentzündung muss man nicht auf Wein und Käse verzichten, wenn man die richtigen Gadgets nutzt. Versucht es selbst, manchmal sagen eben Bilder wirklich mehr als tausend Worte .

Preis: kostenlos, Premiumversion $45 pro Jahr

Link: http://www.evernote.com

Verwandte Artikel: Evernote, oder der tragbare Überallelefant, Ideen sind überall, oder auf Hemingways Spuren

Und Du? Wie verwaltest Du Notizen, Wissen und Links? Nutzt Du vielleicht schon Evernote und wie hilft es Dir? Lass die anderen Leser teilhaben und schreib einen Kommentar!

*Im September 2006 stufte das Verwaltungsgericht Göttingen die Sehnenscheidenentzündung als Berufskrankheit ein, falls Arbeitnehmer überwiegend am Computer arbeiten (Az: 3 A 38/05). Wird die Entzündung nicht konsequent auskurieret, besteht die Möglichkeit einer chronischen Erkrankung (RSI-Syndrom).
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2 Kommentare »

  • Felix kommentierte:

    interessant.. , sobald es evernote für Linux gibt. Und für Symbian S60.

  • Lukas Pustina kommentierte:

    Du kannst Evernote mit Hilfe von Wine unter Linux laufen lassen. Im Artikel „Evernote, oder der tragbare Überallelefant“ gibt es einen Link zu einem HowTo, dann sieht und fühlt es sich an wie eine echte Linux-Anwendung. Du kannst auch eine virtuelle Maschine nutzen, aber das ist etwas aufwendiger.