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Ideen sind überall, oder auf Hemingways Spuren

22 Mai 2009 10 Kommentare

Es ist schlau, von schlauen Menschen zu lernen. Einer dieser Menschen war sicherlich Ernest Hemingway, ein begnadeter Schriftsteller, Journalist und Zeitzeuge. Er diente als Sanitäter im Ersten Weltkrieg, berichtete während des spanischen Bürgerkriegs aus Katalonien und erhielt für seine Arbeiten den Pulitzerpreis und den Nobelpreis für Literatur. Hemingway lebte von Ideen und Einfällen.

Moleskin_New_Open

Unsere Ideen sind es, die uns von anderen unterscheiden und sie kommen zu seltsamen und überraschenden Augenblicken, ohne dass man es erzwingen oder kontrollieren kann. Wer kennt nicht die Situation, den ganzen Tag erfolglos an einem verzwickten Problem gearbeitet zu haben und die Lösung 10 Minuten nachdem man sich unter die Decke gekuschelt plötzlich ganz klar und deutlich vor Augen zu haben?

Doch was tut man, wenn man eine Idee hat, wenn ein Einfall kommt? Aufschreiben! Hemingway hatte immer ein Notizbuch, ein Moleskine bei sich*, in das er seine spontanen Einfälle und Eindrücke notierte. Und wie macht man das in unserer digitalen (Nerd-)Welt? Genauso!

Das Festhalten von Ideen und Einfällen muss schnell und einfach sein, es darf den Arbeitsprozess nicht zu lange unterbrechen. Digitale Werkzeuge müssen aufgerufen, entsperrt, und gestartet werden. Malen und Schreiben sind die Ausdrucksformen, die wir seit dem Kindergarten lernen und am besten können. Es ist am einfachsten für uns damit Gedanken festzuhalten. Darin liegt die Stärke von Stift und Papier. Mal genügt ein kurzes Wort, eine kleine Zeichnung oder eine Zahl — ganz ohne Schrifterkennung und T9. Und besonders ohne Startzeiten.

Moleskin_Used_Open

Ich nutze karierte „Cahier Journal“ Notizbücher von Moleskine. Sie passen in meine Gesäßtasche (A6), sind sehr flach (64 Seiten) und außerordentlich robust. Wenn ich einen spontanen Einfall habe, zücke ich es, mache eine Notiz und arbeite dann direkt weiter. Auf diese Weise behalte ich den roten Faden und verliere keine Zeit, mich wieder eindenken zu müssen (für Nerds: kein Prozesswechsel, der Kontext bleibt erhalten)**.

Also, traut Euch, es muss nicht immer ein digitales Gadget sein, seid analog!

Preis: €6,00 für 3er Pack mit jeweils 64 Seiten bei Amazon.de + Stift Deiner Wahl.

Link: Cahier Journal von Moleskine

Und Du? Welche Tricks setzt Du ein, um den Kopf frei und die Ideen fest zu halten? Schreib doch einen Kommentar!

*Die Marke „Moleskine“ gibt es erst seit 1996, so dass es wohl eher eine Legende ist; aber es war ein ähnliches.
**Mehr zum unterbrechungsfreien Arbeiten wird es in zukünftigen Artikeln geben.
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10 Kommentare »

  • Hauke kommentierte:

    Ein Notizbuch – egal ob nun digital oder analog, hauptsache man hält seine Ideen fest – ist wohl mit das wichtigste Gadget überhaupt. Wichtig und viel schwieriger ist die Auswertung und Umsetzung eben dieser Ideen. Dafür bedarf es einer Portition Selbstdisziplin und eines funktionierenden Systems. Wer Anregungen sucht: http://imgriff.com/wp-content/uploads/2008/02/zentodone_imgriff.pdf

  • Lukas Pustina kommentierte:

    Ja, das stimmt. In einem der nächsten Artikel werde ich darauf eingehen, wie man die Vorteile analoger Notzen (schnelles Festhalten) und digitaler Notizen (Ortsunabhängigkeit, Weiterverarbeitung) verbindet.

    Also, stay tuned.

  • Mr. B kommentierte:

    Das Notizbuch ist wirklich flach und auch leicht biegsam, so dass es sich den Körperformen anpasst. Aber ohne Stift nützt mir das Büchlein wenig! Gibt es einen guten Tip für kleine, robuste Stifte? Ich hatte schon an einen IKEA-Bleistift gedacht, dann ergibt sich aber leider das Problem mit dem Spitzen und bei mir hat sich schon ein normaler Kugelschreiber beim Hinsetzen mit einem Knacks verabschiedet…
    Hat die NASA vielleicht mal was passendes entwickelt oder Apple?!

  • Lukas Pustina kommentierte:

    Ich nutze seit Jahren einen Kugelschreiber von Lamy „spirit“. Er ist sehr dünn und äußerst robust. Es gibt ihn in palladium und in silber — Links führen zu Amazon.

  • Tobias Ellersiek kommentierte:

    Ich habe mir so etwas ähnliches zusammengebastelt. Angelehnt an diesen Artikel: http://hyalineskies.com/2006/11/hacking-a-gtd-moleskine/ habe ich mir ein A5-liniertes Moleskine leicht modifizirt, so dass es für mich und mein Betätigungsfeld passend ist.
    Es ist NOCH nicht ganz ausgereift, aber beim nächsten wird mit Sicherheit alles besser 😉
    So etwas muss mit der Zeit reifen und sich entwickeln, von 0 auf 100 funktioniert so etwas meiner Meinung nach eh nicht und jeder muss es selbst raus finden, wie es am besten passt.
    http://www.flickr.com/photos/toellby/3697574777
    http://www.flickr.com/photos/toellby/3697574763

    Allerdings bin ich relativ chaotisch was die Einträge darin betrifft (wie man sieht)

  • Lukas Pustina kommentierte:

    Ich gebe Dir voll und ganz Recht, genau das beschreibe ich in „Das Kochbuch, oder Rezepte für Nerds„. So wie unsere Arbeitsweise individuell ist, so müssen auch unsere Werkzeuge auf uns abgestimmt sein. Da wir natürlich mit der Zeit lernen, wie wir am besten arbeiten, ändern sich auch unsere Gewohnheiten und Werkzeuge. Aber es ist hilfreich, sich bei anderen „abzugucken“, was sie schon gelernt und umgesetzt haben. Man muss das Rad ja nicht immer neu erfinden.

  • pulverpara.de kommentierte:

    Literatur Preview…

    Click to continue reading “”
    ……

  • Spuckie kommentierte:

    einen Tipp für das analoge Notizbuch, nehmt einen Bleistift zum schreiben, da kann das Büchlein auch mal nass werden, ohne dass die Notiz weg ist – ein Kuli oder Gel-Schreiber wird wieder flüssig und versaut schon mal eine oder mehrere Seiten mit der Tinte.

    Digital bin ich ein Freund von Together – vom Sniplett über Textpassagen bis zum kompletten Dokument kommt dort Alles rein. Wobei ich damit noch nicht ganz 100%ig zufrieden bin.

  • Lukas Pustina kommentierte:

    @Spuckie:
    Ein Bleistift ist eine gute Idee. Ich fürchte nur, dass die Spitze bzw. die Minen kaputt gehen würden, da ich meinen Stift immer in der Gesäßtasche trage.

    Hast Du schon mal Evernote ausprobiert? Es bietet die gleichen Möglichkeiten Texte, Dokumente etc. zu speichern, synchronisiert sich automatisch und kann auch unterwegs auf iPhones oder Android Mobiltelefonen genutzt werden.

  • Christian kommentierte:

    Da ich häufig einen Stift benötige, habe ich mich für das kleine Taschenmesser „Victorinox Midnight Manager“ entschieden. Es hat inzwischen in der 5. (kleinen) Tasche der Jeans seinen festen Platz. Da habe ich alles Wichtige immer dabei.